Talentiertes Team strebt nach oben

05 April 2020
Im dritten Teil der NWZ-Serie stehen die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die Anfänge der goldenen Ära, die 1970 mit dem Regionalliga-Aufstieg ihren Höhepunkt fand, im Fokus.

Die Vereinschronik liefert nur wenige Informatione, wie beim Göppinger Sportverein die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg verliefen. Wie das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Leben allgemein nahm auch der Sport nur sehr langsam wieder Fahrt auf. Das Stadion an der Hohenstaufenstraße wurde von den alliierten Streitkräften belegt, zunächst diente es als Kohlelagerplatz, dann wurde es für Baseball, die liebste Freizeitbeschäftigung der Amerikaner, zweckentfremdet. Diese Umnutzungen gingen an der Sportanlage nicht spurlos vorüber, sodass nach der Rückgabe an den Sportverein der Rasenplatz und die umlaufende Aschebahn erst wieder in vielen Arbeitsstunden hergerichtet werden mussten.
Der Ball rollt wieder
In der Saison 1946/47 rollte der Ball schließlich wieder und der Spielbetrieb wurde wieder aufgenommen, als einen der Höhepunkte führt die Chronik das sogenannte „Äpfel-Spiel“, das den 1. FC Nürnberg zu einem freundschaftlichen Vergleich an die Hohenstaufenstraße führte, wo 10.000 Zuschauer den 3:0-Erfolg der Clubberer sahen, die – wie der Name nahelegt – für ihren Auftritt mit Naturalien entschädigt wurden. Bei der Neufestlegung der Ligen wurden die Rot-Schwarzen der Landesliga zugeordnet, aus der sie 1948 allerdings absteigen mussten. Nach einer weiteren Neuordnung der Spielklassen in Württemberg waren die Göppinger in der 2. Amateurliga aktiv, wo sie sich zunächst behaupten konnten, 1958 aber dann doch den Abstieg in die A-Klasse hinnehmen mussten und sich in den Folgejahren zu einer Fahrstuhlmannschaft entwickelten.
Der Wendepunkt
Den Weg raus aus dem Fahrstuhl fanden schließlich der damalige Spielausschuss-Vorsitzenden Fritz Maier und der neue Übungsleiter Willi Schulz, die ab der Saison 1966/67 das Zepter beim Sportverein übernahmen und den Klub in den folgenden Jahren in eine goldene Ära führen sollten. Bereits im ersten Jahr ihres Wirkens konnte die Meisterschaft in der A-Klasse gefeiert werden und nach einigen Anlaufschwierigkeiten konnte das talentierte Team auch in der 2. Amateurliga seine Qualitäten entfalten und sicherte sich nicht nur die Herbstmeisterschaft, sondern konnte das Leistungsvermögen konservieren und sich als Aufsteiger schlussendlich den Titel sichern, der gleichbedeutend war mit dem Sprung in 1. Amateurliga Nordwürttemberg, der höchsten Amateurspielklasse. Zu diesem Aufstiegs-Ensemble zählten bekannte Größen wie Willi Hoffmann, Spielführer Helmut Schmid, Ted Kräher, Volker Schäffler, Karl Köhler, Manfred Römer oder Torhüter Martin Schneller, die auch fortan das Gerüst bilden sollten. Für das Abenteuer 1. Amateurklasse kamen weitere namhafte Verstärkungen: Torjäger Rudi Kauer (FC Donzdorf), Manfred Blessing (FC Eislingen), Dieter Müller (Normannia Gmünd) oder Spielmacher Kurt Heidle (TSF Esslingen). Mit diesem Kader zählte der SV auch in der neuen Liga zu den Attraktionen und begeisterte die Fans mit einer mitreißenden Spielweise, was sich in den Zuschauerzahlen niederschlug: 3500 Zuschauer kamen gegen die VfB Stuttgart Amateure, gar 5000 Fans pilgerten zum Derby gegen den SC Geislingen an die Hohenstaufenstraße. Im Klassement stand hinter dem VfR Heilbronn die Vize-Meisterschaft, die zur Entscheidungspartie zur Teilnahme um die Deutsche Amateurmeisterschaft berechtigte, in der man sich mit 1:0 gegen den SV Kressbronn durchsetzte. In den Ausscheidungsbegegnungen zur Deutschen Amateurmeisterschaft zog man gegen TuS Wannsee in die nächste Runde ein, wo Arminia Hannover eliminiert werden konnte. Beim Rückspiel in Hannover wurde die Schulz-Elf von hunderten SV-Anhängern unterstützt, die im Sonderzug nach Niedersachsen reisten. Im Halbfinale war dann schließlich der spätere Titelträger SC Jülich 1910 Endstation.

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