Konkurrenz reihenweise düpiert

29 April 2020
Der vierte Teil der NWZ-Serie konzentriert sich auf die Periode der größten Erfolge der Vereinsgeschichte, als der SV Göppingen 1970 in die zweitklassige Regionalliga Süd aufstieg.Von Andreas Böhringer, NWZ vom 08.04.2020

Nach dem Durchmarsch von der A-Klasse (Meister 1966/67) über die 2. Amateurliga (Meister 1967/68) erreichte der Göppinger Sportverein in der 1. Amateurliga in der Aufstiegssaison 1968/69 auf Anhieb die Vizemeisterschaft und sollte im vierten Jahr der Ägide von Übungsleiter Willi Schulz den großen Wurf landen: Den Sprung in die Regionalliga, der damals zweithöchsten Deutschen Spielklasse unter der 1. Bundesliga.
Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte: Der Sprung in die Regionalliga Süd gelingt
Den Verantwortlichen um den Spielausschuss-Obmann Fritz Maier gelang es das erfolgreiche Team zusammenzuhalten, der Kader wurde mit den Eigengewächsen Günter Ascherl und Jugendnationalspieler Horst Höfer verstärkt. Die über Jahre gewachsenen Automatismen zahlten sich von Anfang an aus, die spielstarke Schulz-Truppe erwischte einen formidablen Start in das Spieljahr 1969/70 und zeigte sich bei einigen Kantersiegen sehr torhungrig. Die Herbstmeisterschaft untermauerte die Ausnahmestellung der Rot-Schwarzen, die vor etwas über 50 Jahren am 22. März 1970 (die NWZ berichtete kürzlich) einen Sahnetag erwischten und den Konkurrenten TSG Ulm 1846 um Jungstar Uli Hoeneß vor 5000 restlos begeisterten Fans mit 6:1 vom Platz fegten. Mit diesem Erfolg und großem Selbstvertrauen im Rücken ließen sich die Schulz-Schützlinge die Butter im Titelrennen nicht mehr vom Brot nehmen. Im Spiel um die Württembergische Meisterschaft, das vor 3000 Zuschauern im Eybacher Tal ausgetragen wurde, setzte sich der Sportverein in einer dramatischen Begegnung mit 3:2 n.V. gegen den SV Tübingen durch (Tore: Ascherl, Kauer, Blessing/FE). In den Aufstiegsspielen traf man wiederum auf Tübingen, die weiteren Gegner lauteten FV Weinheim und SV Waldkirch, gegen den sich die Elf von der Hohenstaufenstraße am 13. Juni 1970 mit 3:0 durchsetzte und damit den Aufstieg in die Regionalliga Süd perfekt machte. Pünktlich zum 75-jährigen Jubiläum war der Göppinger Sportverein erstmals in der Vereinsgeschichte zweitklassig.
Ein einjähriges Intermezzo in der zweithöchsten deutschen Spielklasse
Erfolgscoach Willi Schulz trat berufsbedingt ab, für ihn übernahm Feri Beseredi (von TSG Ulm) die Verantwortung für das mit zehn Neuen verstärkte Aufgebot, darunter der spätere Bundesliga-Profi und im Landkreis bekannte Heinz Stickel. Der Zuschauerzuspruch war enorm, die Stadt Göppingen befand sich im Fußball-Fieber und die die SV-Akteure erwischten einen guten Start in das Abenteuer Regionalliga: Am ersten Spieltag sahen 6000 Besucher einen 4:2-Erfolg gegen Schweinfurt 05. Es war insgesamt eine sehr wechselhafte Saison, die Leistungen schwankten stark und neben einigen Ausrufezeichen standen auch viele unnötige Punktverluste. Ein Highlight war das 3:2 gegen den damaligen Rekordmeister 1. FC Nürnberg, dem 8000 Fans an der Hohenstaufenstraße beiwohnten. In die Knie gezwungen wurde gleichfalls der Karlsruher SC, für den 1:0-Sieg sorgte Willi Hoffmann. Der begnadete Dribbler verabschiedete sich nach dieser Saison und wechselte zum großen FC Bayern München, mit dem er drei Meisterschaften und einen Europapokalsieg der Landesmeister feiern durfte. Doch trotz solch exzellenter Einzelkönner und einem großen Kampfgeist sollte es für die Rot-Schwarzen nicht reichen und das Abenteuer Regionalliga ging nach zwölf Monaten wieder zu Ende. Für das Beseredi-Ensemble wurden am Ende 28:44-Punkte notiert, was im Klassement nur zum 17. Platz reichte und den direkten Gang zurück in die 1. Amateurliga zur Folge hatte.

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