Historie Teil 5: Sportverein beim Oberliga-Start dabei

29 April 2020
Teil fünf der NWZ-Serie beginnt nach dem Abstieg des SV Göppingen aus der Regionalliga und umfasst den Zeitraum von 1971 bis zur Neugründung der Oberliga Baden-Württemberg im Jahr 1978. Von Andreas Böhringer, NWZ vom 21.04.2020

Das Abenteuer Regionalliga Süd, seinerzeit unterhalb der 1. Bundesliga die zweithöchste Spielklasse im Bundesgebiet, war nach zwölf Monaten für den Göppinger Sportverein wieder beendet und Aufstiegscoach Willi Schulz kehrte nach dem Abstieg wieder an die Hohenstaufenstraße zurück. Die Mannschaft nahm die 1. Amateurliga gut an und landete im Spieljahr 1971/72 hinter dem SSV Ulm und Normannia Gmünd auf dem dritten Rang. Doch bereits in der darauffolgenden Saison lief es auf dem grünen Rasen nicht mehr so rund und nach zwischenzeitlichen Abstiegssorgen stand schließlich Platz zwölf im Endklassement. Auch in der Saison 1973/74 erwischten die Rot-Schwarzen einen schwachen Start und hingen im Tabellenkeller fest, erst am zehnten Spieltag gelang der Elf des neuen Übungsleiters Heinz Flatzek mit dem 3:1 gegen die TSG Backnang der erste Heimsieg. Der Knoten war damit geplatzt und Resultate wie das 3:3 bei den VfB Stuttgart Amateuren oder das 2:0 über den späteren Meister SSV Ulm 1846 ließen aufhorchen und überzeugten offensichtlich auch die schreibende Zunft, wie aus der SV-Vereinschronik hervorgeht, nach der die NWZ-Schlagzeile zum Erfolg über die Spatzen am 21. Januar 1974 lautete: „Sportverein spielte wie in alten Zeiten.“ 1600 Zuschauer sahen Sturmtank Dieter Hoeneß, der damals für den VfR Aalen auflief, und die Göppinger Fans konnten am Ende mit Platz vier hinter Aalen, Ulm und 07 Ludwigsburg mehr als zufrieden sein. Spielführer Helmut Schmid wurde für die heutzutage kaum noch erreichte Anzahl von 500 Einsätzen im SV-Dress geehrt. Nochmals zur Spitzengruppe gehörte die Flatzek-Truppe auch 1974/75, als man den SSV Ulm 1846 im heimischen Stadion mit 4:1 bezwingen konnte und vor 3000 Zuschauern beim späteren Titelträger VfR Aalen ein 1:1 erreichte.
1975/76 ging es im Tableau steil bergab und das Abstiegsgespenst machte sich unterm Hohenstaufen breit, konnte aber auf den letzten Drücker doch noch verscheucht werden. Eine Erfolgsserie mit 16:6-Punkten in der Rückrunde war letztlich entscheidend für den Klassenverbleib, der nur aufgrund des besseren Torverhältnisses bewerkstelligt werden konnte. Zum Spieljahr 1976/77 übernahm mit Rudi Abele ein junger Trainer die Verantwortung, der einige gute Neuzugänge zum Dienstantritt erhielt. Die neuformierte Mannschaft wuchs gut zusammen und landete auf dem vierten Rang. Zu den Highlights zählten die Derbys gegen den FC Eislingen: an der Hohenstaufenstraße sahen 3300 Besucher ein torloses Remis, im Eichenbach-Stadion gab es vor 3000 Zuschauern im traditionsreichen Vergleich rot-schwarz gegen blau-weiß beim 2:2 ebenfalls keinen Sieger.
Eine Zäsur stellte die Saison 1977/78 dar, denn eine Spielklassen-Reform stand an und nur die besten fünf Teams der 1. Amateurliga sollten sich für die neugegründete Oberliga Baden-Württemberg qualifizieren. Die Devise lautete also „klotzen, nicht kleckern“ und die Verantwortlichen um den Spielausschuss-Vorsitzenden Herbert Eisele verstärkten das Aufgebot mit hochkarätigen Neuen, der prominenteste war Rückkehrer Willi Hoffmann, der fortan als Spielertrainer fungierte. Nach einigen Startschwierigkeiten (Hoffmann war wegen seiner Reamateurisierung bis zum siebten Spieltag gesperrt) nahm der Hohenstaufen-Express dann aber Fahrt auf und legte einen Zwischenspurt mit 14:2-Punkten hin, darunter ein 4:0 gegen den SC Geislingen (2800 Zuschauer). Im anderen prestigeträchtigen Derby sollte die Serie allerdings reißen und der FC Eislingen konnte vor 4300 Zuschauern im Eichenbach einen 3:0-Erfolg bejubeln. Im Rückspiel sahen 3500 Fans ein 1:1. Mit der Vize-Meisterschaft hinter dem SSV Ulm 1846 qualifizierte sich der Sportverein souverän für die Oberliga, besonders in die Schlagzeilen hatte sich Torhüter Dieter Kley gefaustet und gehechtet, der 771 Minuten ohne Gegentreffer blieb.

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