SV vor eigenen Fans

02 März 2018
Mit dem 3:0 beim SV Sandhausen II legte der SV Göppingen einen perfekten Start in die zweite Oberliga-Halbserie hin. Nach einer durchwachsenen ersten Hälfte verdienten sich die Gäste den Sieg mit einer Leistungssteigerung in Durchgang zwei, wie Daniel Budak bemerkt. „Nach dem Seitenwechsel haben wir die Räume besser besetzt und kamen deshalb zu Torchancen“, so der Göppinger Co-Trainer, der sich über eine erstklassige Chancenverwertung freuen konnte.
Für Budak war diese Begegnung auch ein Beleg, „dass wir uns in puncto Spielanlage weiterentwickelt haben.“ Der 33-Jährige begründet dies damit, dass viele Akteure seit Jahren bei den Rot-Schwarzen sind „und unser Konzept immer besser verinnerlichen und umsetzen.“ Positiv auf die Leistung wirke sich auch der verschärfte Konkurrenzkampf aus, der sich mit der Rückkehr der langzeitverletzten Domenico Botta, Michael Renner, Gent Cerimi und Franco Petruso eingestellt hat. „Das merkt man auf jeden Fall“, ist sich Budak sicher. „Keiner kann sich zurücklehnen. Die Jungs geben in jedem Training Gas und das macht sich dann am Wochenende in den Punktspielen bemerkbar“, erklärt der frühere SV-Kapitän. Budak und Cheftrainer Gianni Coveli nehmen diese Qual der Wahl gerne auf sich: „Wir können uns glücklich schätzen, in dieser Situation zu sein.“
Auch am morgigen Samstag, wenn der Tabellenvierte Neckarsulmer Sportunion zu Gast ist, wird das Trainerduo mit dem Luxusproblem konfrontiert sein, aus 20 einsatzbereiten Akteuren die elf richtigen auszuwählen. Um wegen der eisigen Temperaturen kein Krankheitsrisiko einzugehen, ging es am Montag ins Fitnessstudio und am Mittwoch in die vereinseigene Soccerhalle. Erst das Abschlusstraining am Donnerstag fand regulär auf dem Kunstrasen statt.
Neckarsulm zeigte am vergangenen Wochenende eine gute Leistung, unterlag allerdings dem Tabellenführer TSG Balingen unglücklich mit 1:2. „Sie haben eine super Qualität, deshalb sind sie in der Tabelle auch vorne dabei“, spricht aus Budaks Worten großer Respekt, aber keine Angst vor der Mannschaft des langjährigen Übungsleiters Thorsten Damm: „Von der individuellen Klasse sind sie uns nochmals einen Tick voraus, aber dennoch sind wir nicht chancenlos und werden unsere Möglichkeiten haben. Vor eigenem Publikum müssen wir uns ohnehin vor niemandem verstecken.“ Im Hinspiel zeigte die Elf um Kapitän Oliver Stierle eine sehr gute Vorstellung, scheiterte aber am eigenen Unvermögen im Torabschluss und musste letztlich eine 0:2-Niederlage hinnehmen.
Mit 27 Punkten steht der Sportverein auf Rang zehn und hat bereits einige Zähler Abstand auf die gefährdeten Regionen. An der Spitze des Klassements liegt die TSG Balingen (42), die für Budak der eindeutige Favorit auf den Titel ist. „Rein vom Gefühl her würde ich sagen, dass es die TSG macht. Sie sind konstant und gewinnen, auch wenn sie mal nicht so gut spielen“, so die Einschätzung des Göppinger Urgesteins, für den das Rennen dahinter völlig offen ist. Es gebe einige Kandidaten für den Relegationsplatz, den momentan der FC Villingen einnimmt: „Sie spielen als Aufsteiger eine überragende Saison, aber ob sie das durchziehen können, ist eben die Frage.“ Budak sieht auch den letztjährigen Vizemeister FSV Bissingen, der über einen exzellenten Kader verfügt, in der Verlosung. Daneben ist bei einem guten Verlauf unter anderem auch für Neckarsulm noch alles drin – doch das können die Mannen von Daniel Budak ja selbst verhindern.
  • Autor: Quelle: swp online vom 02.03.18 Autor: Andreas Böhringer

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