Gegen Reutlingen erstmals als Favorit

30 August 2019
Auf 1000 Zuschauer hofft der SV Göppingen am Samstag, wenn an der Hohenstaufenstraße das prestigeträchtige Duell gegen den SSV Reutlingen ansteht.

Es ist mittlerweile die vierte Saison, seitdem der SV Göppingen in die Oberliga zurückgekehrt ist und die bis dato sechs Vergleiche gegen den Ex-Zweitligisten SSV Reutlingen elektrisierten Mannschaft, Umfeld und Anhang immer gleichermaßen. Daran hat sich nichts geändert, die Vorfreude im Verein ist groß wie eh und je. Einen markanten Unterschied stellen diesmal allerdings die sportlichen Vorzeichen dar, denn erstmals gehen die Rot-Schwarzen als Favorit ins Rennen, meint auch Marcel Avdic: „Ich denke schon, dass wir favorisiert sind. Ziel sind auf jeden Fall drei Punkte. Wenn wir oben dabei bleiben wollen, müssen wir gewinnen.“ Der Neu-Göppinger lief die vergangenen beiden Jahre für die Kreuzeiche-Elf auf und kann dementsprechend Vergleiche zwischen den beiden Traditionsklubs ziehen. Der Hauptunterschied sieht der in Stuttgart wohnhafte Offensiv-Allrounder im Umfeld, „das in Reutlingen ja schon traditionell sehr aufgeregt ist.“ Er sieht im SSV einen schlafenden Riesen, aber mit einer großen – zu großen – personellen Fluktuation steht sich der Klub letztlich selbst im Weg und kann das immense Potenzial nicht abrufen: „Es ist traurig, dass Reutlingen den Sprung nicht schafft. Jedes Jahr wird der halbe Kader ausgetauscht. So kann keine Mannschaft wachsen, die man dann nur punktuell verstärken müsste.“ Das Resultat sei oftmals eine Ansammlung von sehr guten Individualisten gewesen („In der letzten Saison waren wir von den Namen her mit am besten aufgestellt in der Oberliga“), die aber als Kollektiv nicht funktionieren.
Der Sportverein ist hierzu im Prinzip der Gegenentwurf: ein Großteil des Aufgebots spielt seit vielen Jahren an der Hohenstaufenstraße, das Team wurde sukzessive und zielgerichtet verstärkt. Die Kontinuität führt zu gewachsenen Strukturen und ermöglichte den gelungenen Start mit zehn Punkten aus vier Partien. Doch auch abseits des Rasens ist der SV ein Gegenstück, „das Umfeld ist voll familiär, der Verein nicht so im Fokus“, erklärt Avdic, in dessen Vita Einsätze in der 3. Bundesliga und namhafte Vereine wie Karlsruher SC, Spvgg Unterhaching, Kickers Offenbach oder Waldhof Mannheim stehen. „Beim Sportverein ist es so, wie ich es mir vorgestellt habe, ich wurde gut aufgenommen, es ist eine tolle Truppe“, bewertet der 28-Jährige, für den fortan sein Beruf als Finanzmanager eine höhere Priorität einnimmt, die ersten Wochen überaus positiv. Seinen Farben traut er sportlich „einiges zu“, zu weit in die Zukunft will er aber gar nicht blicken, „wir müssen von Spiel zu Spiel denken“, bemüht er eine alte Weisheit, denn im Fußball gehe es im Klassement schnell nach oben oder unten, spricht er aus Erfahrung: „Mit Haching waren wir in der 3. Liga zur Winterpause Tabellenführer und jeder dachte, wir werden das schon nach Hause schaukeln – und am Ende mussten wir schauen nicht abzusteigen.“
In seinen beiden Spielzeiten beim SSV nahm Avdic, der offensiv „überall spielen kann, ich habe keine Lieblingsposition“, die Coveli-Elf als einen Kontrahenten wahr, „gegen den es immer nickelig war zu spielen. Der Sportverein ist taktisch gut gestanden, war robust und konnte trotzdem Fußball spielen.“ An diesen Eigenschaften hat sich nichts geändert, wie die Tabellenführung belegt. Der SV agiert als geordnetes Kollektiv, in dessen Reihen die individuelle Klasse aber nicht zu kurz kommt. Der beidfüßige Avdic erwartet eine interessante Begegnung, auf die sich die Fans freuen können. „Reutlingen ist gut gestartet, sie haben eine sehr junge Mannschaft. Jung und wild, das darf man nicht unterschätzen“, charakterisiert er die Truppe des neuen Übungsleiters Maik Schütt. Im Kader der Gäste befindet sich Nils Staiger, der zwei Jahre für die Rot-Schwarzen auflief, in der abgelaufenen Saison nach seinem Kreuzbandriss aber verletzt ausfiel. Der 21-jährige Linksverteidiger stand zuletzt in der Startformation, die trotz der abermaligen großen Fluktuation zur Oberliga-Spitze zu zählen ist.
  • Autor: Quelle: swp vom 30.08.2019, Autor: Andreas Böhringer

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