Schmerzliche Erinnerung

05 Oktober 2019
Am Sonntag (14 Uhr) gastiert Oberliga-Tabellenführer SV Göppingen bei Verfolger SGV Freiberg, wo es Ende März eine 1:6-Klatsche setzte.

„Das 6:1 hat man natürlich im Hinterkopf“, sind auch bei Tobias Clauß die Erinnerungen an die höchste Niederlage des abgelaufenen Spieljahres noch präsent. Auf dem Kunstrasen neben dem Wasenstadion rutschten die Rot-Schwarzen nicht nur ergebnistechnisch aus, sondern hatten damals auch Standschwierigkeiten, die das Debakel mit begünstigten. Den Ehrentreffer erzielte Kevin Dicklhuber, der auch am Donnerstag beim 3:2-Pokalerfolg bei Verbandsligist TSG Hofherrneweiler-Unterrombach der entscheidende Mann war, obwohl der Torjäger erst nach 75 Minuten eingewechselt wurde. Bis dato tat sich die Coveli-Truppe mit dem kleinen Rasen und den kompakt stehenden Gastgebern gleichermaßen schwer und hätte den Chancen nach gar in Rückstand geraten können, was Torhüter Kevin Rombach verhinderte. Wie in den Pokalrunden davor gab es auch im Aalener Vorort zahlreiche Veränderungen in der Startformation, was sich in der Abstimmung zeigte: die Spielzüge waren nicht so automatisiert wie sonst, den Offensivbemühungen Tempo und Esprit fehlten, um sich vor das gegnerische Gehäuse durchkombinieren zu können. Die Doppelspitze Rösch-Lekaj mühte sich redlich, hing aber größtenteils in der Luft. Positiv herauszuheben ist nach der 1:3-Niederlage zuletzt gegen den SV Linx allerdings die Lauf- und Einsatzbereitschaft der Mannschaft von Übungsleiter Gianni Coveli, die sich mit diesen Tugenden den Einzug in das Viertelfinale verdiente.
Eine ähnliche Einstellung wird auch am Sonntag (14 Uhr) vonnöten sein, wenn die Scharte des 1:6 ausgewetzt werden soll. Die Freiberger, die seit Jahren zu den spielstärksten Oberliga-Teams zählen, sind mit jener Elf des Frühjahres aber nicht mehr zu vergleichen: der erfolgreiche Trainer Ramon Gehrmann (und mit ihm die Spieler Thomas Bromma und Leon Braun) verabschiedete sich zu den Stuttgarter Kickers, Torschützenkönig Marcel Sökler, der beim 6:1 einen Dreierpack schnürte, erlag den Verlockungen des VfB Stuttgart II und Abwehrchef Maximilian Rohr ging zu Drittligist Carl-Zeiss Jena. Diesen großen personellen Umbruch hat der Klub, angeleitet vom letztjährige Co-Trainer Mario Estasi, insgesamt gut verkraftet und mit 14 Zählern und Rang sechs ist Freiberg im vorderen Drittel des Klassements platziert. „Es ist eine andere Mannschaft als beim 6:1, aber sie sind weiterhin ein Topteam“, sieht Tobias Clauß auch diesmal eine schwierige Aufgabe auf seinen Sportverein zukommen, ist aber zuversichtlich: „Wir haben jetzt mehr Qualität. Wir müssen als Einheit auftreten und kämpfen, dann sind drei Punkte möglich.“
Selbst mithelfen kann Clauß nicht, der Rechts- und Innenverteidiger zog sich just vor jenem 1:6 im Training einen Achillessehnenriss zu und ist seitdem zum Zuschauen verdammt. „Es ist schwierig draußen zu sitzen, das fällt mir nicht immer leicht. Trotzdem versucht man die Jungs von draußen zu unterstützen und zu motivieren“, meint der 25-Jährige, der zur Rückrundenvorbereitung wieder in den regulären Trainingsbetrieb einsteigen möchte. Überstürzen will der Rechtsfuß dabei aber nichts: „Ich fühle mich gut, kann passen und joggen. Ich muss langsam wieder Vertrauen in den Körper finden. Bisher hat alles ohne Rückschläge geklappt, ich hoffe natürlich, dass es so bleibt.“ Mut machen kann ihm Chelsea-Spieler Callum Hudson-Odoi, der sich im Mai die gleiche Verletzung zuzog und in der Champions League nun schon sein Comeback feierte. Eine Zeitspanne, die für Amateursportler utopisch ist. „Die Profis werden rund um die Uhr betreut, das ist nochmal etwas anderes. Aber ich mache auch sehr viel und gewissenhaft, aber man muss ja auch noch arbeiten“, sagt er mit einem Lächeln.
Personell steht Marcel Avdic (privat verhindert) am Sonntag nicht zur Verfügung, der Einsatz der angeschlagenen Matej Maglica, Domenic Brück und Domenico Botta entscheidet sich nach dem heutigen Abschlusstraining, zu dem Gianni Coveli um 10 Uhr bittet.
  • Autor: Quelle: swp vom 05.10.19 Autor: Andreas Böhringer

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