SV besiegt seinen Heimfluch

18 November 2019
Heimfluch beendet: mit einem 4:1-Erfolg gegen den TSV Ilshofen erobert der SV Göppingen die Tabellenführung in der Oberliga zurück.

Zweiter gegen Vorletzter 4:1 – wer die nackten Zahlen dieses Vergleichs liest, nimmt das Endergebnis als Normalität hin, doch dem Spielverlauf nach hätte es wohl auch andersrum ausgehen können, denn in einer verrückten Oberliga (Spitzenreiter FV Ravensburg unterlag dem Schlusslicht Sandhausen just mit 1:4) war es größtenteils ein ausgeglichenes Duell. Nach vier Heimniederlagen im Stadion an der Hohenstaufenstraße wechselten die Rot-Schwarzen die Straßenseite, um auf dem Kunstrasen ihr Glück zu versuchen. Und ebendieses war ihnen in der Anfangsphase hold, denn in der dritten Minute setzte Maximilian Eiselt einen Freistoß aus 20 Metern an den Außenpfosten. TSV-Mittelstürmer Kurz verpasste eine flache Hereingabe um Haaresbreite (9.) und Daniel Schelhorns Schlenzer von der Strafraumkante klatschte an die Latte (15.).
Eine frühe Führung der Gäste wäre verdient gewesen, doch die Elf von Michael Hoskins ließ diese guten Möglichkeiten ungenutzt und musste gar den Rückstand hinnehmen. Kevin Dicklhuber wurde im Mittelfeld angespielt, ging an zwei Gegnern vorbei und zog aus 25 Metern ab. Der Schuss geriet recht zentral, doch Karel Nowak ließ ihn dennoch passieren (10.). Auch beim 2:0 griff der TSV-Keeper daneben, der Dicklhuber-Freistoß war im Prinzip eine Kopie des Führungstreffers (25.). „Natürlich war Glück dabei, aber wenn man nicht schießt, kann man auch keine Tore machen“, kommentierte der Matchwinner seine haltbaren Schüsse. Das Defensivverhalten der Coveli-Elf war weiterhin in manchen Szenen nicht konsequent genug, insbesondere über die linke Seite nutzte Ilshofen die sich bietenden Räume und hatte durch Kurz eine weitere gute Möglichkeit, nachdem SV-Kapitän Stierle im Strafraum nicht klären konnte (37.). Für die Hausherren verpasste Domenico Botta, der nach einem Ballgewinn aus vierzig Metern abzog, die beste Chance, doch sein Versuch ging knapp über das Gehäuse (40.). Die alte Fußball-Weisheit, wonach sich Glück und Pech oftmals nach dem Rang im Klassement richten, bestätigte sich wieder einmal: bei einem Chancenverhältnis von 1:4 lautete das Halbzeit-Resultat 2:0 für den Sportverein.
Nach dem Seitenwechsel war die Partie frühzeitig entschieden und die Gastgeber verdienten sich die drei Punkte, auch wenn der Sieg ein, zwei Tore zu hoch ausfiel. Der bereits verwarnte Schelhorn musste bereits nach 48 Minuten mit der Ampelkarte vom Platz, Dicklhuber machte nach einer kurz ausgeführten Ecke seinen Hattrick perfekt, als der Linksfuß von rechts nach innen zog und von der Strafraumkante mit einem Flachschuss ins lange Eck traf (52.). Den möglichen Viererpack verpasste der 30-Jährige, der nicht nur aufgrund seiner Tore der beste Mann auf dem Feld war, als er einen Strafstoß (Foul an Osipidis) neben das Tor setzte (67.). Im Gegenzug parierte Schleicher gegen Weidner, den Nachschuss setzte Baba Mbodji an den Pfosten. Besser machte es Morgan Faßbender, der nach einem schönen Spielzug über den Flügel zehn Meter vor dem Gehäuse nur noch den Fuß hinhalten musste (70.). Zwei weitere Möglichkeiten ließ der SV-Flügelmann allerdings liegen (76., 77.), wiederum im Gegenzug gab es Elfmeter für die Gäste (Foul von Ivezic), den Eiselt zum 4:1-Endstand verwandelte. Kevin Dicklhuber sprach von einem „unterm Strich verdienten Sieg“, sah aber nach einer „akzeptablen Leistung“ noch deutlich Luft nach oben. Seine Rolle als Teil einer Doppel-Sechs im 3-4-3-System ist nach seinem Geschmack: „Ich fühle mich im Mittelfeld wohl, wenn ich viele Bälle bekomme und mit Tempo nach vorne gehen kann.“

1. Göppinger SV: Schleicher – Maglica, Stierle (79. Frenz), Ivezic, Loser, Dicklhuber, Brück, Osipidis, Faßbender (83. Rombach), Botta (68. Cerimi), Renner (73. Rösch).

TSV Ilshofen: Nowak – Eiselt, Mbodji, Egner, Wilske, Lindner (56. Weidner), Schelhorn, Lienert (46. Rummler), Lausenmeyer (46. Hahn), Rodewald, Kurz (56. Brenner).
  • Autor: Quelle: swp vom 18.11.19 Autor: Andreas Böhringer

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