Kurzen Prozess gemacht

07 September 2020
Der SV Göppingen legt beim auch in dieser Höhe verdienten 5:0 (3:0) beim SSV Reutlingen eine hohe Effektivität an den Tag und agiert im Stile einer Spitzenmannschaft.

Nach dem überzeugenden 4:1-Heimerfolg gegen den FC Nöttingen sah Gianni Coveli keine Notwendigkeit für Umstellungen und die Startelf rechtfertigte dieses Vertrauen sehr schnell, denn bereits nach einer halben Stunde war die Partie beim SSV Reutlingen entschieden. Die Göppinger, die bei eigenem Ballbesitz in einem 4-1-2-3 agierten, das gegen den Ball zu einem 4-4-2 wurde, zeigten sich als Meister der Effektivität, denn die Fehler der Gastgeber wurden gnadenlos bestraft. „Samu hat ohne Druck die falsche Entscheidung getroffen“, kommentierte SSV-Coach Maik Schütt die Entstehung des 0:1, als Samuel Mayer das Leder zu seinem Keeper passen wollte, bei diesem Passversuch aber den spekulierenden Kevin Dicklhuber fand, der frei vor dem Tor nur noch Danke sagen musste (13.).
Im Anschluss versuchte Reutlingen mitzuspielen, doch die Angriffsbemühungen waren leicht zu durchschauen und stellten die Göppinger Hintermannschaft vor keine Probleme. Defensiv waren die Gastgeber schlecht gestaffelt, die sich bietenden Räume nutzten die Rot-Schwarzen aus. Beim 0:2 lupfte Dicklhuber den Ball nach einem Einwurf auf der linken Seite per Hacke über den indisponierten Rechtsverteidiger Lübke, zog in den Sechzehner, wo seine flache Hereingabe den freien Renner fand, der aus zehn Metern nur noch einschieben musste (19.). „Das 0:1 schüttelt mein junges Team nicht so leicht raus, die Verunsicherung war zu spüren. Bei den beiden anderen Toren laufen wir in Konter, da müssen wir besser absichern. Das ist fehlende Cleverness“, analysierte Schütt. Solch ein Konter führte zum 0:3, als der spielfreudige Dicklhuber an der Mittellinie startete, mit dem mannschaftsdienlichen Gentian Lekaj Doppelpass spielte und den Ball schließlich über Piu in die Maschen lupfte (27.). „Das 0:1 hat uns in die Karten gespielt, danach haben wir schnell zum 0:2 und 0:3 nachgelegt“, freute sich Gianni Coveli, der nach dem Seitenwechsel eine Druckphase der Schütt-Truppe sah, „Zwingendes war aber nicht dabei“, konnte Marcel Schleicher insgesamt einen geruhsamen Nachmittag verbringen. Machtlos wäre der SV-Torhüter indes in der 35. Minute gewesen, als Mayer aus 17 Metern den Pfosten traf. Dies war die einzige gefährliche Möglichkeit der Reutlinger, für die es mit solch einer Leistung schwer wird, wie auch Schütt zugab: „Der Sportverein hat eine andere Qualität, für uns geht es nur um den Klassenerhalt.“
Nach der Pause agierte Göppingen in einem 5-4-1 an, Domenic Brück rückte als zusätzlicher Mann in die Innenverteidigung, musste aber nach einer Stunde vom Feld (Adduktorenzerrung). Damit war er nicht der einzige, denn auch Michael Renner (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Jeffrey Idehen (unterer Rückenbereich) verletzten sich ohne Fremdeinwirkung. Unter dem Gesichtspunkt der Belastung ist Coveli nicht unglücklich, nicht mehr im Pokal-Wettbewerb vertreten zu sein, „das ist bei der Mammut-Saison wohl gut.“ Von dem verletzten Trio abgesehen konnte sich der 50-Jährige über die Leistung freuen: „Ich bin rundum zufrieden. Spätestens mit unserem 4:0 war der Drops gelutscht.“ In einigen Phasen schaltete die Coveli-Elf ein, zwei Gänge zurück, dann hatte Reutlingen mehr Ballbesitz. Doch die Göppinger konnten die Begegnung ohne größere Probleme wieder unter Kontrolle bringen, ohne dabei an ihr Limit gehen zu müssen. In der Schlussphase zogen die Gäste das Tempo nochmals an, beim 0:4 eroberte Mergim Neziri das Leder und passte zu Lekaj, der von der Grundlinie seinen zweiten Assist lieferte und auf Janick Schramm zurücklegte, der aus zwölf Metern verwandelte (73.). Nachdem Neziri in der 75. Minute noch scheiterte, konnte er in der 87. Minute nicht anders, denn den Dicklhuber-Versuch klärte ein Reutlinger auf der Torlinie und schoss dabei Neziri an, von dem der Ball ins Tor prallte (87.).
SSV Reutlingen: Piu – Staiger, Mohr, Jäger, Lübke (38. Suddoth), Eiberger, Zukic (63. Kuengienda), Mayer (69. Rasic), Schwaiger, Preuß (81. Tuksar), Sauerborn.
SV Göppingen: Schleicher – Loser, Milisic, Clauß, Osipidis, Brück (61. Ivezic), Schraml, Idehen (69. Neziri), Dicklhuber, Renner (36. Schramm), Lekaj (78. Schneider).
Tore: 0:1, 0:3 Dicklhuber (13., 27.), 0:2 Renner (19.), 0:4 Schramm (73.), 0:5 Neziri (87.). – Schiedsrichter: Michael Hieber (Pfahlheim). – Zuschauer: 500.
  • Autor: Quelle: swp vom 07.09.2020, Autor: Andreas Böhringer

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