Stabile Abwehr bleibt Markenzeichen

11 Oktober 2020
Der SV Göppingen benötigte zunächst eine halbe Stunde, um gegen den SV Oberachern in die Partie zu finden. Der 3:0 (1:0)-Sieg geht insgesamt aber auch in dieser Höhe in Ordnung.

Hätte man die Tabellen-Situation nicht gekannt, wäre man im Vergleich zwischen dem Göppinger Sportverein und den Gästen vom SV Oberachern nicht auf die Idee gekommen, dass hier der Vorletzte seine Visitenkarte bei einem Spitzenteam abgibt, denn die Mannschaft von Übungsleiter Mark Lerandy fand gut in die Begegnung und war zunächst das aktivere Team. Oberachern verzeichnete mehr Ballbesitz und versteckte sich nicht, sondern versuchte in einem offensiven 4-1-3-2-System den Weg nach vorne einzulegen und kam auch zur ersten nennenswerten Torchance, als der agile Emanuele Giardini geschickt wurde. Nachdem er SV-Verteidiger Tomislav Ivezic aussteigen ließ, scheiterte er freistehend aus zehn Metern an Torhüter Marcel Schleicher (11.). Die Göppinger benötigten eine halbe Stunde Anlaufzeit, doch dann war die Elf von Gianni Coveli drin im Spiel und übernahm zunehmend das Kommando. Nach einer Spielverlagerung auf die starke rechte Seite konnte SVO-Keeper Schmittheissler nur in die Mitte vor die Füße von Kevin Dicklhuber abklatschen, doch der Linksfuß schoss freistehend in die Wolken (24.). Dieser Angriff über die starke rechte Seite, wo Jannik Schramm und Pavlos Osipidis nun regelmäßig die linke Oberachener Seite überspielen und in den Strafraum eindringen konnten, war das Startsignal für die Hausherren, die in ihren Angriffsbemühungen deutlich konsequenter waren als die Gäste, wie beide Trainer nach Spielschluss anmerkten und damit auch den Unterschied zwischen Topteam und Abstiegskandidat benannten. Der nasse Rasen machte das Spiel schnell und intensiv, lange Leerlaufphasen gab es praktisch keine. Die Coveli-Truppe nutzte nun insbesondere SVO-Ballverluste, um schnell umzuschalten und geradlinig zum Abschluss zu kommen. Osipidis bediente Schramm, der vor dem Tor quer auf Gentian Lekaj legte, doch der Mittelstürmer traf fünf Meter vor dem Gehäuse den Ball nicht richtig (43.). Besser machte es Teamkollege Mergim Neziri, der mit dem Halbzeitpfiff den bis dato schönsten Spielzug zum 1:0 veredelte: Über Lekaj und Dicklhuber kam der Ball im Zentrum zu Neziri, der in die Gasse zu Schramm spielte und nachrückte, um vier Meter vor der Torlinie von Schramm bedient zu werden. Dann musste Neziri nur noch den Fuß hinhalten.
Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber das bessere Team, konnten die Spielkontrolle aber zunächst nicht in zwingende Möglichkeiten umsetzen. Diese hatte Oberachern, als Nico Huber einen tollen Pass auf Giardini spielte, doch er scheiterte wiederum an Schleicher (60.). Mit zunehmender Spieldauer wurde der Druck der Rot-Schwarzen größer und es war schließlich Kevin Dicklhuber, der eine gefühlvolle Flanke von Chris Loser unbedrängt zur Vorentscheidung einköpfte (78.). Der Torjäger sorgte auch für das 3:0, als er einen Foulelfmeter sicher verwandelte (83.). Jonas Busam brachte in dieser Szene Pavlos Osipids zu Fall und sah folgerichtig auch die gelb-rote Karte. Die letzte Chance des insgesamt unterhaltsamen Duells hatten wieder die Gäste, die bis zum Schluss nicht aufsteckten und sich im Stadion an der Hohenstaufenstraße nicht wie ein Absteiger präsentierten. Nach einer schönen Kombination wurde der eingewechselte Rais Awell freigespielt, doch Schleicher war auch hier aufmerksam, kam frühzeitig aus seinem Kasten und war einen Tick vor dem SVO-Angreifer am Ball (85.).
Statements der Trainer zum Spiel
Mark Lerandy (SV Oberachern): „Wir waren in der ersten Halbzeit überlegen. Nicht viele Teams treten hier so auf. Wir hatten vier, fünf richtig gute Aktionen, aber in der Box war es zu wenig von uns. Wir haben vorne den Ball nicht über die Linie gebracht, Göppingen hat es uns vorgemacht, wie es geht. Deshalb steht Göppingen in der Tabelle vorne, das ist der Unterschied. Das 1:0 in der 45. Minute war psychologisch ein katastrophaler Zeitpunkt. Auf so einem tiefen Platz ist es schwierig, eine Partie noch zu drehen. Nach so einem Spiel 0:3 zu verlieren, ist nur schwer zu verdauen. Hoffnung macht, dass wir jetzt eine Woche regenerieren können.“
Gianni Coveli (SV Göppingen): „Oberachern hat stark angefangen, wir hatten das so erwartet, dass sie aggressiv spielen werden. Aber klare Chancen haben wir selbst in dieser Phase nicht zugelassen. Das zeichnet uns aus, wir stehen hinten stabil. Nach circa einer halben Stunde sind wir gut nach vorne gekommen und haben das Spiel unter Kontrolle gebracht. In der zweiten Halbzeit waren wir wesentlich kompakter, haben mutiger nach vorne verteidigt, sind gut in die Endzone rein gekommen und hatten dann auch gute Abschlusssituationen.“
SV Göppingen: Schleicher – Loser, Ivezic, Milisic, Osipids – Neziri (84. Schneider), Brück, Piljek (58. Clauß), Schramm (87. Latifovic) – Dicklhuber, Lekaj (62. Schraml).
SV Oberachern: Schmittheissler – Sheron, Leberer, Busam, Ludwig – Huber, Tritz (87. Lamm), Ambri, Giardini (73. Dussot) – Erius (79. Awell), Ghrieb (84. Mbarga).
Tore: 1:0 Neziri (45.), 2:0, 3:0 Dicklhuber (78., 83./Foulelfmeter).
SR: Matthias Wituschek (Ulm). – Zuschauer: 300. – Gelb-Rot: Busam (82., Foulspiel).
  • Autor: Quelle: swp vom 12.10.2020, Autor: Andreas Böhringer

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