Viel Kampf und viel Dicklhuber

20 Oktober 2020
Nach einem vom Kampf geprägten Spiel entführte der SV Göppingen nicht unverdient drei Punkte vom Härtsfeld.
Der SV startete im klassischen 4-4-2 System. Neziri rückte neben Dicklhuber in die Spitze, Schramm und Clauß kamen ebenso in die Startelf. Die Gäste waren von Anfang an im Spiel. Keine Zeigerumdrehung war gespielt, da landete ein abgefälschter Ball von Chris Loser beinahe im Dorfmerkinger Gehäuse. Nur zwei Minuten später verzog Janick Schramm in aussichtsreicher Position. Bereits nach fünf Minuten begann die grundsätzliche Hektik auf und neben dem Platz, die sich wie ein roter Faden durchs Spiel zog. Dorfmerkinger Spieler und Fans forderten lautstark einen Elfmeter nach einem vermeintlichen Handspiel von Ivezic, doch der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Danach spielte sich das Geschehen weitgehend im Mittelfeld ab. Nach einer guten Gelegenheit von Pavlos Osipidis, der es in der 25. Minute auf eigene Faust probierte, anstelle den besser postierten Schramm zu sehen, nahm auch die Härte zu. Die Folge waren drei gelbe Karten für Clauß, Ivezic und Milisic auf Göppinger Seite, die fortan aufpassen mussten.
Trainer Coveli reagierte in der 37. Minute, nahm Tobias Clauß vom Platz und brachte Gentian Lekaj als zweite Spitze. Mergim Neziri wurde dafür ins rechte Mittelfeld zurückbeordert. Zwei Minuten vor der Pause war es dann das erste Mal soweit. Einen langen Ball in den Göppinger Sechzehner unterschätzte Tomislav Ivezic. Auch Torhüter Marcel Schleicher war nicht gut postiert, so dass Daniel Nietzer das Leder mit einem gekonnten Heber im Tor unterbringen konnte. Der SV Göppingen aber schlug zurück. Nach der letzten Ecke vor der Pause wurde der Ball dreimal abgeblockt, im vierten Versuch traf Kevin Dicklhuber aus kurzer Distanz ins linke untere Eck. Nach der Halbzeit versuchte der Gastgeber den Druck zu erhöhen. Göppingen spielte in dieser Phase zu ungenau, fing sich aber nach einer Viertelstunde wieder. Auf dem immer schlechter werdenden Platz musste mit zunehmender Spieldauer mit langen Bällen agiert werden. Einen dieser langen Bälle schlug in der 61. Minute Ivezic auf den völlig blank stehenden Dicklhuber. Dieser überlupfte ebenso den Torhüter und es stand 2:1 für die Göppinger. Große Aufregung danach, die Dorfmerkinger sahen eine Abseitsposition, aber der Treffer zählte.
Nur vier Minuten später, eine ähnliche Situation. Tim Schraml spielte einen langen Ball auf Lekaj, der ihn flach annahm und dann im Strafraum von hinten zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Stammschütze Dicklhuber souverän zu seinem dritten Treffer in der Partie. Fortan hatte der GSV alles im Griff. Der Ball lief gut in den eigenen Reihen, Torchancen der Gastgeber waren nicht zu verzeichnen. Auch die vielen Standards in der Schlussphase überstand der Gast unbeschadet und verließ somit nach großem Kampf den Platz als nicht unverdienter Sieger.

Trainer Coveli meinte nach dem Spiel: "Wir haben gut begonnen und dann uns aber von der Hektik, die wir auch erwartet hatten, anstecken lassen. Die drei gelben Karten bargen eine große Gefahr, da mussten wir reagieren. Der Ausgleich vor der Pause war immens wichtig. Nach der Halbzeit haben wir dagegengehalten und die Bälle besser laufen gelassen. Ein Stück weit dürfen wir Stolz sein, hier haben nicht viele Teams gewonnen in letzter Zeit."
  • Autor: Quelle: swp vom 19.10.2020, Autor: Ingo Miede

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